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„Die eigentliche Urſache meines Schreibens jedoch liegt nicht in den vorſtehenden Zeilen. Weißt du, was mich be⸗ wogen hat, die Feder zu ergreifen? Vielleicht ſchwebt dir noch im Gedaͤchtniſſe jener Sarg vor, auf den ich dich einen Blick werfen ließ, ſowie die Geſchichte, die ich dir bei jener Ge⸗ legenheit erzaͤhlte. Ungeduldig harrte ich lange, aber vergebens auf die Dorfnovelle, die du mir daruͤber zu ſchreiben in Aus⸗ ſicht ſtellteſt. Aber allmaͤlig war auch mir die Sache aus der Erinnerung gefallen; als ſie mir geſtern wieder lebhaft ent⸗ gegentrat, und mich dabei den ganzen Tag an dich denken machte. Geſtern naͤmlich habe ich ein Kind getauft, ein dickes, bluͤhendes Knaͤblein. Rathe nun, wer der Vater und die Mut⸗ ter geweſen?... Lukas, der Juͤngling, den du in der Kam⸗ mer des kleinen mondbeſtrahlten Haͤuschens geſehen haſt, und Clara, die Jungfrau, die ſchmerzerfuͤllt mit ihrem wallenden Haare uͤber dem Sarge gebogen lag. Seit einem Jahre ſind ſte getraut und wohnen, gemeinſchaftlich mit Paͤchter Torfs und Mutter Bethe, auf dem ſteinernen Hofe. Sie fuͤhlen ſich gluͤck⸗ lich, und Alles gedeiht ihnen auf's Beſte. Es iſt die Rede davon, daß der alte Torfs bei der naͤchſten Wahl Buͤrgermei⸗ ſter unſeres Dorfes werden ſoll. Mache mir alſo nochmals das Vergnuͤgen eines Beſuches in meiner ſtillen Pfarrwohnung, da⸗ mit ich dich im ſteinernen Hauft den guten Leuten vorfuͤhre. Wir wollen mit ihnen unter traulichen Geſpraͤchen den Kaffee trinken.— Nun Freund, jetzt haſt du einen Schluß zu dei⸗ ner Erzaͤhlung. Wirſt du noch immer mit dem Aufſchreiben ſaͤumen?“
Des anderen Tages fertigte ich einen Brief nach dem Hage⸗ land ab, deſſen erſte Zeilen alſo lauteten:
nich el Lukas 1 pprochen
traut d
Warnur


