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Wohl ſchien mir der Stoff ruͤhrend genug; aber mein Ge⸗ muͤth ſtraͤubte ſich dagegen, meinen Leſern Bilder vorfuͤhren zu muͤſſen, die in ihrem Herzen nur Abſcheu erwecken muͤßten.
Der Vikar indeß ließ es ſich angelegen ſein, mir zu be⸗ weiſen, daß man die Untugenden recht gut in ihrer Abſcheu⸗ lichkeit darſtellen koͤnne, wofern nur Sittſamkeit und Keuſch⸗ heit die Feder fuͤhren und man allein die Bekämpfung des Boͤſen und Gruͤndung des Guten als letztes Ziel dabei verfolge. Mein Buch wuͤrde uͤberdieß den Doͤrfern zu einer guten Lehre dienen— und die Rettung eines einzigen Menſchen waͤre ſchon des Lohnes genug fuͤr meine Arbeit.
Ich wendete ein, daß ich es mir zum Grundſatze gemacht habe, nur treffende Gemaͤlde zu entwerfen, und ich mich nicht dazu entſchließen koͤnne, die Farbe meiner Palette dazu zu ge⸗ brauchen, einen ſo widrigen Gegenſtand, wie die Trunkſucht, nach der Natur zu malen; daß ich meine Gemaͤlde nie unausgefuͤhrt ließe und ich deßhalb Gefahr liefe, Bilder zeichnen zu muͤſ⸗ ſen, die meinem eigenen Gemuͤth, als unedel, nur Widerwillen erregen muͤßten.
Da erinnerte er mich an das Beiſpiel der alten Griechen, die zu gewiſſen Zeiten des Jahres ihre Sklaven ſich bis zur Beſinnungsloſigkeit berauſchen ließen, und ſie dann in dieſem Zuſtande ihren Soͤhnen zeigten, um in den jungen Gemuͤthern einen Abſcheu vor dieſem haͤßlichen Laſter ſich einwurzeln zu laſſen.
Die Sache blieb fuͤr jenen Abend noch unentſchieden.
Als ich aber des andern Morgens mich anſchickte, das Pfarr⸗ haus zu verlaſſen, erneuerte mein Freund ſeine Aufforderung.
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Dre wir jene ft vor Wu Unl wig ut nem ne⸗ ten Erz mehr ii fͤr me A mir di Vikar. Erbre lichen
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