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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Geſchwind, Clara, nach dem Doktor! ſagt ihm, er moͤge ſtehenden Fußes herbeieilen, er duͤrfe auf doppelte Be⸗ zahlung rechnen.

Die Jungfrau ſchaute ihn ſtier an, als haͤtte ſie ihn nicht verſtanden; doch bald kam ſie wieder zur Beſinnung und rief, nach der Thuͤre laufend:

Ach ja, den Doktor!

Ihr wehmuͤthig nachſehend, wandte ſich der Alte zu ſeinem Sohne und ſprach:

Lukas, wir ſtehen hier vielleicht vor einer Leiche! Spute dich und hole den Pfarrer, auf daß, wenn noch Leben in dieſen ſtarren Koͤrper dringen ſollte, er ſich mit Gott noch verſoͤhnen koͤnne. Wer weiß, oft am Rande des Grabes

Der Jängling, ohne den Schluß von ſeines Vaters Rede abzuwarten, ſprang zur Thuͤre hinaus.

Dann wandte ſich der Bauer nach dem Bette und blieb mit gekreuzten Armen in ernſte Betrachtungen vertieft davor ſtehen, indem er von Zeit zu Zeit den Kopf ſchuͤttelte und zu ſich ſelber fluͤſterte:

So viele fangen mit einem Tropfen an, ſich keiner Ge⸗ fahr werſehend; aber wer von ihnen duͤrfte ſagen: dieſes Troͤpf⸗ chen wird mich nicht in die Grube bringen?... Arme Seele, vielleicht ſtehſt dn bereits droben vor dem Richterſtuhle des ge⸗

rechten Gottes!