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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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129 Gewalt ihrer Empfindungen länger zu widerſtehen, ſprang ſie auf Vater Torfs zu, und gleichſam um den Zorn, den Lukas' Worte in ſeinem Gemuͤth erweckt haben konnten, abzubitten, ſchlang ſie ihren Arm um ſeinen Hals und neigte den Kopf an ſeine Bruſt, indem ſie angſtvoll ihm zurief:

Vater Torfs, vergebt's ihm; ich bitte, vergebt's ihm! Des Alten Geſicht veränderte ſich ploͤtzlich; er ſchob das Maͤd⸗ chen leiſe von ſich und ſagte:

Still! es kommen Leute. Laßt uns eilen!

Schnelleren Schrittes ſetzten ſie alle ihren Weg fort. Sie ſchlugen den Blick zur Erde und hofften, daß die Leute, die ihnen entgegen kamen, an ihnen vorbeigehen wuͤrden, ohne ihre Aufgeregtheit gewahr zu werden; aber als jene noch in einiger Entfernung von ihnen waren, rief ihnen einer derſelben zu:

Ihr holt ohne Zweifel den Jan Staers? Es iſt ſchlecht beſtellt mit ihm dieſes Mal. ImBunten Ochſen findet ihr ihn nicht mehr; er iſt mit dem Sandbauer ſchwaͤrmen gegan⸗ gen.... wenn man das gehen heißen kann... tappend wie ein Blinder von einem Baum zum andern!

Seht ihr's nun? ſcherzte ein Zweiter.Hatt' ich's nicht laͤngſt geſagt, Paͤchter Torfs, daß man einen alten Mohren nicht mehr weiß waſchen kann?

Ohne darauf zu antworten, ging der Greis ſeines Weges und ſie gelangten bald an den Fuß des Huͤgels, auf dem zum Ge⸗ daͤchtniß des verungluͤckten Darinckr das ſteinerne Kreuz ſich erhebt.

Hier ſuchten ſie eine Weile zwiſchen den Baͤumen und ent⸗ deckten auch bald den ausgeſtreckten Koͤrper des betrunkenen Jan Staers.

Die Dorfplage.