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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Clara, liebes Kind, das heißt vernuͤnftig geſprochen, ſagte der Greis tief geruͤhrt.Glaubt mir, die Haͤlfte meiner Habe gaͤbe ich darum, um euch eurer traurigen Lage zu ent⸗ reißen, aber unſer Herrgott hat es anders beſchloſſen. Lukas, mein Sohn, ſei auch du gefaßt und trage dein Geſchick mit Geduld: verſprich deinem alten Vater, daß du einer unmoͤglich gewordenen Hoffnung entſagſt. Der Juͤngling blieb heftig erſchuͤttert ſtehen und erwiederte

unter Zittern und den Blick ſtarr auf den Vater gerichtet:

Ich entſagen? Sie vergeſſen? Nein! niemals! Clara taͤuſcht euch: ſie luͤgt! Sie will mich vergeſſen. Aber das kann, das wird ſie nicht. Glaubt ihr, Vater, es ſei genug zu ſagen: ich will nicht mehr an ſie denken. Die Treuloſe, ſie mag mich vergeſſen, wenn ſie's im Stande iſt; aber Lukas, ſeht ihr, der iſt kein Wetterhahn, der ſich nach dem Winde dreht. Das, was ich aufgeben ſoll, iſt ſo mit meinem Herzen verwachſen, daß es nicht auszureißen iſt, ſo lange ich lebe.

Lukas, Lukas! klagte der Vater,ſo willſt du denn Vater und Mutter ungluͤcklich machen.

Nein, nein! rief der Juͤngling in fieberhafter Auf⸗ regung.Ich werde nicht wieder von Clara ſprechen, ſie nicht

mehr ſehen, ſie meiden, aus Liebe zu euch, Vater; aber nie.

werde ich je eine andere lieben.... Ich werde warten, Jahre lang harren und ſollte ich inzwiſchen graue Haare bekom⸗ men; aber Clara muß einſt noch meine Frau werden.... es ſei denn, daß der Tod eines von uns beiden von der Erde abfordere.

Die Jungfrau hatte mit Angſt und Zittern dieſe Aeuße⸗ rung eines verzweifelten Entſchluſſes angehoͤrt. Unfaͤhig, der

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