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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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gebrochen iſt, kann immer noch Dienſte thun; und wenn er endlich doch in Stuͤcke faͤllt, dann koͤnnt ihr ſagen, daß er ſtatt des neuen, den ihr gekauft haben wuͤrdet, gebrochen und ihr ſomit dieſen erſpart habt. Und ſo mit Allem. Wenn euer Lu⸗ kas ſeine Jacke oder ſeinen Kittel euch ablaſſen will, weil ſte zu ſchlecht geworden, ſetzt einen Fleck oder zwei darauf und ſte ſind wieder auf ein halbes Jahr gut. Und auch nach⸗ her muͤßt ihr ſie nicht gleich fuͤr ein Paar Kreuzer dem Lum penſammler verkaufen. Aus einer alten Hoſe des Vaters muß die Mutter noch eine Jacke fuͤr ihren aͤlteſten Jungen zu ma⸗ chen wiſſen, und wenn ſie fuͤr dieſen zu klein geworden, ſo paßt ſie noch immer fuͤr das folgende Bruͤderchen, bis daß am Ende ſich nichts mehr daraus ſchneiden laͤßt, als ein Paar Socken*) fuͤr den Vater. Aber in einem Stuͤck, Clara, duͤrft ihr nicht haushaͤlteriſch ſein; ich meine das Eſſen; nicht, daß leckere Speiſen auf den Tiſch kommen muͤſſen, aber genug, um ſich ſatt daran zu eſſen. Es iſt ganz verkehrt, den Dienſt⸗ boten das Eſſen ſpaͤrlich zuzumeſſen; am Ende findet man ſich nur dabei betrogen. Wer harte Arbeit verrichtet, muß auch gut eſſen, und was man dabei zuſetzt, kommt nachher doppelt wie⸗ der herein. Mit den Thieren iſt es gerade ſo. Als wir unſer Pferd kauften, war es mager und faſt unbrauchbar zur Arbeit und trotz ſeiner Wohlfeilheit glaubten wir dennoch einen ſchlechten Kauf gemacht zu haben. Aber wir haben dem armen Thier tuͤchtig zu freſſen gegeben, und es iſt ſtark geworden, ja kaum moͤchte man im Dorfe ein Pferd finden, das mehr Arbeit ver⸗

*) Dieſe Art Socken ſetzen die in Belgien allgemein üblichen Holz⸗ ſchuhe voraus.

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