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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Pacht nicht, vor Ankunft der Gerichtsdiener bezahlt. Auch weiß ich, daß ihr eure letzte Kuh verkauft habt und daß der Erloͤs daraus nicht zureichend iſt, ſo daß ihr Jan Staers ſchlug auf den Tiſch, daß die Geldſtuͤcke, die noch darauf ausgebreitet lagen, klirrend emporflogen. —„Geld?“ rief er frohlockend.„Hier iſt Geld die Fuͤlle!“ —„Das iſt noch nicht der dritte Theil deſſen, was ihr braucht, um der Ausfuͤhrung des Gerichtsſpruchs vorzubeugen... Wenn ihr euch in vernuͤnftiger Weiſe rathen laſſen wollt, ſo will ich euch gern das Fehlende borgen, damit ihr ſofort den ganzen Pacht zu entrichten im Stande ſeid.“ „Ihr?“ ſpottete Staers.„Wo wollet ihr es herholen?“ —„Ja, ich; und warum das nicht. Denkt ihr, zwanzig Jahre Arbeit und Sparſamkeit laſſen Nichts uͤbrig, wenn man dazu noch einen freundlichen Grundbeſitzer hat?“ —„Ein ſauberer Kerl, unſer Grundherr; der wuͤrde einem das Fell herunterreißen, der Blutſauger!“ „Das moͤchte ich nicht behaupten!“ rief der Greis mit Unwillen.„Mir hat er den Pacht nicht aufgeſchlagen, obgleich

ich ſeinem Grundſtuͤck einen weit hoͤheren Werth verliehen habe.“

—„Ha! ihr wollt mir Geld vorſtrecken?“ wiederholte Jan Staers mit milderem Tone.„Das haͤtte ich mir nie von euch traͤumen laſſen. Da koͤnnen wir am Ende noch Freunde zuſammen werden.— Wie viel?“

—„Wenn ihr in das Gluͤck eurer Tochter und meines Sohnes einzuwilligen geſonnen ſeid, ſo leihe ich euch genug, um eure ganze Pachtſchuld abzutragen; und außerdem werde ich euch noch behuͤlflich ſein, um das, was ihr hier oder dort noch zu bezahlen haben koͤnnt, auszugleichen.“