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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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aber die Hand zitterte ihm ſo ſtark, daß er nur mit grofier Muͤhe damit fertig werden konnte. Manches Fluchwort, manche Verwuͤnſchung gegen ſich ſelber ließ er waͤhrend dieſer langen Arbeit uͤber ſeine Lippen kommen.

Seine Angſt ſtieg und ein kalter Schweiß uͤberlief ihn, als er das Geld zaͤhlte und wieder zaͤhlte und immer eine betraͤcht⸗ liche Summe zu wenig herausbrachte. Endlich konnte er ſich nicht mehr mit der Hoffnung troͤſten, er koͤnnte ſich verrechnet haben. Er gerieth außer ſich und indem er ſich die Haare zer⸗ raufte, bruͤllte er mit ſchrecklicher Stimme:

—„Fuͤnfzig Franken! Fuͤnfzig Franken zu kurz! Wo ſind die geblieben? Unſere letzte Kuh hatte ich zu Muͤnze gemacht, und dieſes Geld ſollte dazu dienen, die Auspfaͤndung, die mir

drohte, zu verhuͤten.... Jetzt aber iſt jede Moͤglichkeit dazu verſchwundenz von meinem Hofe werden ſie mich jagen, wie einen Hund auf die Straße ſchmeißen— und ich kann bet⸗

teln gehen! verſpottet, verachtet, verſchrieen als ein erbaͤrmlicher Saͤufer! Und meine arme Clara? Was wird aus ihr werden? Fluch, Fluch uͤber mich!“

Er ſtieß einen Schrei der bitterſten Muthloſigkeit aus, als ob ihm das Herz im Leibe auseinander geriſſen wuͤrde.

Er ſprang von ſeinem Stuhle auf, ſchwankte im Zimmer auf und ab, ſchlug die Faͤuſte gegen die Waͤnde, daß ſie blu⸗ teten, wollte die Stuͤhle aus den Fugen reißen, und heulte dabei wie ein Beſeſſener. Nachdem er ſich in dieſen gewaltſa⸗ men Aeußerungen ſeiner Zerſtoͤrungswuth voͤllig abgemattet, blieb er auf einmal bewegungslos ſtehen; ein ſonderbarer Zug freudiger Empfindung oder hoͤhnenden Spottes erheiterte ſein

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