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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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junges, friſches Leben!... Wenn Gottes Strafe uber mich hereinbraͤche und mich der Tod nun erhaſchte, ſte muͤßte ſich Gluͤck wuͤnſchen dazu.— Wie fuͤrchterlich, der Tod des Vaters

eine Wohlthat, ein Segen fuͤr ſein Kind!“

Dieſer letzte Gedanke erſchuͤtterte ihn tief. Er klapperte mit den Zaͤhnen und faßte krampfhaft das Tiſchblatt, das unter ſeinem Drucke zu biegen ſchien.

Nachdem er wieder zu einiger Ruhe gelangt war, blieb er eine Weile unbeweglich ſitzen; bald aber uͤberfielen ihn ſeine duͤſteren Gedanken aufs Neue. Waͤhrend er, die Finger an die Stirne haltend, ſein widerſpenſtiges Gedaͤchtniß zu wecken ſchien, wurde er todtenblaß von einer ploͤtzlich auftauchenden Erinnerung.

„Geſtern,“ murmelte er,„geſtern mußte ich nach der Stadt. Ich hatte Geld, Geld um einen Theil meines Pachtes

zu bezahlen... Was habe ich damit gethan? Wie bin ich hie⸗ her gekommen? Habe ich wirklich den Pacht bezahlt?... Nein, vermaledeit! getrunken habe ich, geſchlafen....“

Und mit raſcher, fieberhafter Bewegung ſchuͤrzte er ſeinen Kittel auf und ſchnallte einen ledernen Gurt ab, der ihm um den Leib befeſtigt war.

Waͤhrend er eine Anzahl Silberſtuͤcke aus dem Gurt auf den Tiſch ſchuͤttete, nahm ſein Geſicht einen Ausdruck der pein⸗ lichſten Angſt an. Er griff nach der Muͤnze und ſchien ſie zu waͤgen. Hiebei durchzog ſeine Glieder ein Zittern, das ganz anderer Natur war als ſein gewoͤhnliches und es wollten ihm die Haare zu Berg ſteigen vor Verzweiflung.

„Teufel,“ rief er;„verloren, geſtohlen! Doch ich will zaͤhlen, vielleicht irre ich mich.“—

Er verſuchte raſch die Geldſtuͤcke in zwei Reihen zu ordnen;

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