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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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zuruͤckrufen, die ſeinem Gedaͤchtniſſe entwiſcht waren. Von Zeit zu Zeit ſchauderte es ihm an allen Gliedern und er rief:

—„Buh! wie kalt!.... Mein Gehirn brennt mir im Schaͤdel und es ſchuͤttelt mich am ganzen Leibe!“

„Mit einmal fingen ſeine Augen furchtbar zu glaͤnzen an; ein Ausdruck tiefer Verzweiflung ſpannte ſeine Geſichtsmuskeln: es war, als ob eine ploͤtzliche Klarheit ſeinen Geiſt erleuchtet haͤtte. Aus ſeiner Kehle drang ein heiſeres Roͤcheln und er ſchlug ſich mit der geballten Fauſt vor die Stirn, als wollte er ſich den Schaͤdel zerſprengen.

Von dieſer Anſtrengung ſeiner Nerven erſchoͤpft, trat er wankend an den Tiſch und ſetzte ſich unter heftigem Seufzen auf den Stuhl.

Den ſtieren Blick auf den Boden geheftet, ſprach er im Tone gaͤnzlicher Muthloſigkeit:

„Schreckliches Gift! moͤrderiſch fuͤr Seele und Leib; wer dich erfunden, der war ein Blutfeind des Menſchen... Verachtungswerther Trunkenbold, der ich bin. Wohin iſt es nun mit mir gekommen! Das Licht iſt mir eine Marter; Alles zittert an meinem Leibe; ſelbſt meine Seele ſiecht erbaͤrmlich dahin.... Ich kann weder gehen, noch ſtehen; weder eſſen noch denken! Da drinnen im Kopfe hauſt, wie ein verworrener Klumpen, die Verzweiflung, die Raſerei, die boͤſe Luſt, die Unruhe und die ohnmaͤchtige Feigheit... Und mein Kind, meine arme Clara? Klaglos erträgt ſte's und haͤrmt ſich ab im ſtum⸗ men Schmerze; ihre Liebe erwiedere ich mit grauſamer Barſch⸗

heit;— ich bin ihr Vater, bin ihr zu Danke verpflichtet, und ... ſtatt dieſes Dankes... o verfluchter Miſſethaͤter,— bin

ich ihr Henker; aus ſchnoͤder Selbſtſucht zerſtoͤre ich langſam ihr

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