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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Nein, Lukas; es laͤuft ein geſundes Blut in deinen Adern: ich weiß es und freue mich daruͤber. Aber du unter⸗

brichſt mich, und ich habe das nicht gerne, denn es bringt

mich aus dem Geleiſe. Es iſt etwas, mein Sohn, woran du nicht denkſt. Wenn Bauer Staers noch im Wohlſtand lebte und Clara deine Frau wuͤrde, da koͤnnte ſie wohl bei uns wohnen oder mit dir auf einen kleinen Pachthof ziehen; aber jetzt weiß ihr Vater nicht mehr, wo er Stand faſſen ſoll. So wird er ihr folgen wollen, mit euch wohnen, von der Frucht eurer Arbeit trinken, und euch vielleicht in den Abgrund ſtuͤrzen.

Wie von Schrecken ergriffen, blieb der Juͤngling ploͤtzlich ſtehen und ſtieß einen Schrei peinlicher Ueberraſchung aus ſei⸗ ner beklommenen Bruſt.

Der Vater fuhr fort:

Es iſt eine Pflicht ich glaube, es ſteht ſogar

im Geſetze geſchrieben daß die Kinder ihre Eltern unter⸗. halten muͤſſen, ſobald dieſe nicht mehr im Stande ſind, ſelbſt;

ihr Brod zu verdienen. Ein Trunkenbold ſein iſt nun noch viel ſchlimmer, als verkruͤppelt oder lahm; denn der Trunken⸗ bold, anſtatt zu verdienen, verzehrt und verpraßt ſogar das Geld, das noch nicht einmal verdient iſt. Stelle dir vor, Lukas, du arbeiteteſt wie ein Sklav, waͤhrend er ſein liederli⸗ ches Weſen forttreibt, in eurem Hauſe mit rohen Worten, mit Got⸗ teslaͤſterungen um ſich wirft, ja vielleicht deine Frau gar miß⸗ handelt, wenn ſte ihm zur Befriedigung ſeines unſeligen Geluͤſtens das noͤthige Geld nicht reichen will... Und dann, es wird euch Gott auch Kinder ſchenken und die wuͤrden von der Wiege an ein ſo trauriges Vorbild vor Augen haben, fluchen und laͤſtern

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