Druckschrift 
Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
Einzelbild herunterladen

3

es wird uns Kurzweil geben und kann dir dabei zur Warnung dienen, mein Sohn....

Von anderen Empfindungen beherrſcht, wollte Lukas noch einige Bemerkungen machen, aber der Vater ließ ihn nicht zum Worte kommen und begann:

oͤre nun und unterbrich mich nicht. Jan Staers' Eltern waren Leute, bei denen es nicht knapp herging: ſte be⸗ ſtellten ihre Felder vortrefflich und ſcheuten keine Arbeit, aber im Verſtande ſah es nicht ganz richtig bei ihnen aus und die guten Leute bildeten ſich etwas mehr ein, als es Bauersleuten anſteht. So ſollte denn auch ihr geinziger Sohn, nicht wie ſie, hinter dem Pfluge einhergehen; in der Stadt ſollte er wohnen und den Herrn ſpielen. Sie ſchickten ihn in eine Schule, wo Doktoren und Advokaten gebildet werden, aber nach zwei Jah⸗ ren wurde Jan des Lernens muͤde und wollte lieber ein Bauer wer⸗ den, indem er dachte, es ſei doch viel angenehmer, einer Wirth⸗ ſchaft vorzuſtehen, als ſich in der weiten Welt eine unſichere Exiſtenz zu ſuchen. So weit ging es noch an... aber anſtatt ihren Sohn an die Arbeit zu gewoͤhnen, ließen ihn die Eltern ganz nach ſeiner Laune ſchalten und ſteckten ihm viel zu viel Geld in die Taſche. Die Gelegenheit macht Diebe, ſagt das Sprichwort, und Muͤßigang iſt aller Laſter Anfang, ſagt unſer alter Paſtor. Ganze Tage lang wußte Jan nicht, wohin er ſeinen Koͤrper herumſchleppen ſollte. So lief er ins Wirths⸗ haus, zuerſt aus langer Weile, dann aus Gewohnheit; Anfangs trank er ein einziges Glaͤschen, aber daraus wurden bald zwei, drei und noch mehr. Die Wirthe natuͤrlich behandelten ihn achtungsvoll und ſchmeichelten ſeinem Hochmuthe, und ein Troß von gierigen Speichelleckern, deren es leider gar viele auf un⸗

ſerel um Men

Trun

ihrem

leute

unſere