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zuruͤckgelaſſen, die muͤhſame Frucht meiner Arbeit, der wohl⸗ verdiente Lohn meines Schweißes war; daß dein Vater und deine Mutter Mangel gelitten und ſich zu Tode gearbeitet haben, um dir zu deinem Beſitzthum zu verhelfen. Nicht wahr, du wirſt es treulich pflegen, dieſes koſtbar errungene Beſitzthum, es ver⸗ mehren, es mit Umſicht verwalten, als ein theures Andenken unſerer treuen Liebe?“
Der herzliche Ton dieſer Worte ruͤhrte den jungen Bur⸗ ſchen faſt zu Thraͤnen. Mit ſanfter Wehmuth erwiederte er:
—„Lieber Vater, was ſagt ihr denn? Ihr irrt euch; habe ja bei Baes*) Anton doch hoͤchſtens ein einziges Glas Dieſter⸗Bier getrunken!“
Da griff ihn der Alte bei der Hand und ſagte:
—„Oh, meine Rede geht nicht auf dich, Lukas; Gott ſei es gedankt, du biſt brav und arbeitſam, und deine Guͤte, deine Tugend iſt mir ein theurer Lohn fuͤr meine Muͤhen. Wenn du einmal alt und von der Arbeit aufgerieben, gebuͤckt unter der Laſt deiner Jahre einhergehſt, dann ſollſt du es auch em⸗ pfinden, mein Sohn, wie troſtvoll es iſt, zu wiſſen, daß einem der Segen des Schweißes nach dem Tode nicht von unwuͤr⸗ digen Kindern vergeudet wird.“
—„Aber, Vater, ich werde nicht klug aus euren Wor⸗ tten“, ſagte der Sohn;„es liegt euch etwas auf dem Herzen;
agt es doch lieber heraus.“
—„Ach, es wuͤrde dir gar zu wehe thun, Lukas.“ —„Mir?— was mag das ſein?“ „Nun, fruͤher oder ſpaͤter, erfaͤhrſt du's doch; alſo
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*) Baes iſt der vlaͤm. Ausdruck fuͤr Schenkwirth.
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