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3 Im
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5 Gewiſſensbiſſe Meiſter zu werden, verliert dabei aber am Ende ſowohl ſeine arme Seele, als den Verſtand. Und ſo geht es vom Boͤſen zum Schlimmern fort, bis er ſich endlich mit ſei— ner ungluͤcklichen Familie auf den Bettel zu gehen gezwungen ſteht, ja vielleicht an der Thuͤre deſſelben Hofes ein Stuͤck Brod erflehen muß, den ſein Vater mit ſaurem Schweiße zum ſchoͤn⸗ ſten Gedeihen gebracht hatte, um ihn dem undankbaren Sohne in gutem Stande zu hinterlaſſen. Sieh, wenn ich nur daran denke, ſo kocht mir das Blut in den Adern. Elende Tagediebe!“
Der Juͤngling blickte verdutzt auf ſeinen Vater, deſſen Aeuße⸗ rungen er in ihrer naͤchſten Urſache immer noch nicht begriff. Dieſer aber fuhr fort:
—„Sieh meine Haͤnde, Lukas, ſieh mein Geſicht und mei⸗ nen gewoͤlbten Ruͤcken. Vor den Jahren bin ich alt und ge⸗ brochen. Gar fruͤh war ich eine Waiſe, meine Eltern hatten bei einer Feuersbrunſt beide den Tod gefunden, und auch mein Ohm, der gute Mann, der ſich damals meiner annahm und mich zur Schule ſchickte, ſtarb, da ich eben dreizehn Jahre alt geworden. Da wurde ich Knecht auf dem großen Hof hinter dem Kreuzberg. Als ich deine Mutter heirathete, beſaßen wir Nichts als eine Ziege und einige an unſerem Tagelohn erſparte Gulden. Aber wir haben wacker geſchafft und geſorgt, und Gott ſegnet immer die ruͤſtige Arbeit. So haben wir es all⸗ maͤlig ſo weit gebracht, daß wir ein Pferd, vier Kuͤhe und ein ziemliches Stuͤck Land in Pacht beſitzen, und dabei noch ein klei⸗ nes Haͤufchen Geld fuͤr die boͤſen Zeiten im Ruͤckhalte haben. Es wird wohl auch einmal ein Kreuzchen uͤber meinem Grabe auf dem Kirchhofe ragen— aber nicht wahr, Lukas, du wirſt dir es nie aus dem Sinne ſchlagen, daß Alles, was ich dir


