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ſpäter als ihre Schönheit ſich mit erſtaunlichem Reich⸗ thum entwickelte und ſie ſich gefeiert und angebetet ſah von einer Menge junger Männer, die um die Gunſt eines Blicks, eines Lächelns ſtritten, ja, die ſogar ihre Pfeile auf das Herz ſelbſt richteten, da fand ſie zum erſten Male in ihrem Leben, daß es doch auch ſeine Reize habe, einen ſolchen Szepter zu führen. Aber Hed⸗ wig führte ihn vorſichtig. Bei Allem was ſie that, ſah und hörte, blieb das Herz leer; und obgleich die Roſen ſogar friſcher als vorher auf ihren feinen Wangen blüſ⸗ ten, ſo war doch ihr ganzes inneres Leben ſehr arm an Roſen.
Hie und da nahte das Gerücht von Richard und dem thätigen, männlichen Leben, das er jetzt führt, ihrem Ohre. Um keinen Preis hätte ſie ofſen ſeinen Na⸗ men ausſprechen können; aber auf feinen Umwegen, in denen ſie jetzt nicht mehr unbewandert war, ſpürte ſe mehrere koſtbare Nachrichten aus, und ſammelte ſie in ihrer Bruſt; und hoch klopfte jedesmal ihr Herz, wem ſie die Bekräftigung des Umſtandes erhielt, daß er noch unvermählt lebe. Obwohl ſelbſt von jeder Hoffnung ge⸗ ſchieden, kam es ihr doch in ſchwächeren Augenblickn vor, als habe ſie ein Recht auf einen kleinen Theil ſei⸗ nes Herzens beſeſſen; und ſchrecklich bitter wäre ihr die Gewißheit geweſen, daß er jetzt Jſabellens Andenken untren geworden ſey. Von einer Verwirklichung dieſet Befürchtung hörte man jedoch nichts; und Jahre kamen und gingen; ohne daß der Zufall ſie zuſammenführen wollte.
Nach einer vierjährigen kinderloſen Ehe ſah ſich Hedwig ſchnell von den, wenn nicht gerade druckenden, ſo doch ſchweren Feſſeln befreit.
Herr v. Brude, erhitzt von Wein und einem zu reichlich eingenommenen Mittagsmahle, ſo wie einem zu ſtarken Gebrauch ſeiner Sprachwerkzeuge, hatte ſich auf b dem Heimweg von einem durch ihn ſelbſt veranſtalteten Mittageſſen in einem der um Stockholm liegenden Wirths⸗
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häuſer erkältet nicht bösartig gangene ähnlic daß er ſeine L bens bezahlen Hedwigs Lage recht mög von Stockholm laſſen. Sie n natürliche Tran ſteht, wenn ei wir uns ſo aus der weder ausl ſich ſelbſt— u Man kann ſer Beziehung was ſie fühlte etwas; denn ihr ihr Leben verbi ſeyn für ſie, d danken wieder und darum wo jeder andere Fl bewog ſie jedo das kleine Land ſie es nicht ſel vermiethen; un hier eine kleine Im Herbſt lieben Mörkede nilla waren be gegangen, abe abende der ſo Kapitän Branz dotenkräfte wie täglichen Umga


