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von den Zweigen der Obſtbaͤume die roſenrothen Bluͤ⸗
then, welche in einem Regen uͤber die ſtumme Gruppe
fielen.
„Weine nicht ſo, o Philipp, uͤber unſer verſcherz⸗ tes Gluͤck! Ich will Dir nicht noch mehr Thraͤnen koſten.“
Philipp richtete ſich auf.
„Ach, Lilia, Du ſagteſt, daß Du wieder ſchoͤn und rein und heilig werden wuͤrdeſt, wenn die Liebe aufs Neue in meinem Herzen aufflammte. Niemals warſt Du uͤberirdiſcher ſchoͤn als jetzt und niemals fuͤhlte ich mich von einer heiligern Gluth durchſtromt, als ich jetzt empfinde. Ich liebe Dich, ich liebe Dich, ich liebe Dich immer noch.“
Ein ſeliges Laͤcheln ſchwebte auf Lilia's Lippen. Sie hatte ihre Haͤnde gefaltet. Die Klarheit des Him⸗ mels paarte ſich in ihten Augen mit der Wonne des letzten irdiſchen Eindrucks.
„Seitdem ich zu den Fuͤßen des ewigen Mittlers Gnade gefunden, ſeitdem ich Glauben und Hoffnung gewonnen, wußte ich wohl, daß ich auch Dein Herz wieder gewinnen wuͤrde. Dir, Dir habe ich— durch den wuͤrdigen Mann, den Du mir geſendet— Alles zu danken: Erde, Himmel, Verzeihung... es bleibt mir nur noch eins zu wuͤnſchen uͤbrig.“
„O ſage, ſag!“
„Nenne mich noch einmal Deine Gattin!“
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