kommt. Laß mich nicht ſterben, bevor er hier iſt!.. 33
Und die Sonne ſchien noch einmal mit feſtlichem Glanze auf zwei Weſen herab, die im Leben ſo nahe vereinigt geweſen, daß ſie, nach einer langen und ſtuͤr⸗ miſchen Trennung, wieder im Tode ſich begegnen muß⸗ ten— mit Liebe begegnen.
Philipp lag zu den Fuͤßen derjenigen, die er als ſeine irdiſche Braut verloren, um ſie als ſeine himm⸗ liſche wiederzufinden. Und wenn er noch nicht mit der Sprache des Mundes geredet, ſo hatten doch ſeine thra⸗ nenvollen Augen eine ſchoͤnere geſprochen.
„Es liegt,“ ſagte Lilia, die zuerſt das Schweigen brach,„in Deinen Blicken, mein Philipp, eine Erin⸗ nerung.“
„Ja,“ antwortete er,„eine liebliche, eine goͤttliche Erinnerung! Aber es liegt auch eine Bitte darin— ich war auch nicht ſchuldlos. Keineswegs!“
„O Dank, Dank! Du hatteſt eine Schuld— aber dieſe war mein— auch dieſe.“
Dieſe Worte wurden mehr gefluͤſtert als geſpro⸗ chen. Darauf blieb ſie lange ſtill.
Philipps Stirn lag auf ihrem Schooße. Ihre abgezehrte Hand ſpielte matt in ſeinen Locken.
Die Sonne begann zu ſinken. Die Voͤgel ſan⸗ gen ihee Liebesgruͤße in den gruͤnen Kronen der Baͤume und dann und wann ſchuͤttelte ein leichter Windhauch


