ruhe, ein wunderbarer Gram an Philipp— ſein Luſt⸗ ſpiel blieb liegen... gn.
An demſelben Abend, einige Stunden ſpaͤter warf der Mond ſeinen weißgruͤnen Schein in ein langes Zimmer, welches zu dem Parterre eines Hauſes auf Koͤnigsholm gehoͤrte.
Eine Thuͤr oͤffnete ſich und aus dem finſtern Schlafgemach trat Lilia heraus.
Ihre luftige Geſtalt war in ein eben ſo luftiges Nachtgewand gehuͤllt, um welches das aufgeloͤſ'te Haar faſt bis auf die Fuͤße herabfiel.
Auf der Wange, die wir erſt vor Kurzem lilien⸗ bleich geſehen, hatte ſich jetzt eine blutige Abendroͤthe ausgebreitet und ebenſo unnatuͤrlich, wie dieſe Blutfarbe auf dem ſchneeweißen Grunde erſchien, ebenſo unnatuͤr⸗ lich erſchien der leuchtende und durchdringende Glanz, der aus ihren Augen ſtrahlte.
Die junge Frau nahete leiſe und auf den Zehen, indem ſie ſich wiederholt umſah. 1 5 Dem Schlafgemach zunaͤchſt ſchlief die treue Gun⸗ mel, die vollkommen troſtloſen Gedanken nicht ahnend, welche die letzten Stunden in dem Gemuͤth ihrer Herrin erzeugt hatten. 1314 R
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