Teil eines Werkes 
22.-24. Bd. (1851)
Entstehung
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Ich habe alle dieſe Buͤcher ſtudirt, murmelte ſie, indem ſie an einem Tiſch vorbeiging, auf dem eine Menge Schriften jener myſtiſchen Religionsſekte lagen, die wir in einem andern Werke geſchildert haben;ich habe ſie ſtudirt. Ich habe darnach leben wollen, aber ich bin wie ich ihm ſagte aͤrmer und tauſendmal ver⸗ worrener erwacht, als ich vorher war.. ja, einmal hatten ſie mich foͤrmlich wahnſinnig gemacht, glaube ich.

Mit ſichtbarer Furcht ſchritt ſie an dieſem Tiſche vorbei und blieb vor einem andern unter dem Fenſter ſtehen.

Was ſagte ich ihm nur noch weiter... Daß ich leben wuͤrde... Ach, da wußte ich noch nicht, wie es thut, in dieſe kalte Wohnung zuruͤckzukehren, nachdem er mich zum letzten Male von ſich gewieſen... Und warum ſoll ich noch leben? Ich weiß es wohl um noch laͤnger zu leiden und Buße zu thun... Aber ich kann nicht leben. Du ſiehſt es, ſtrenger Richter, daß ich es verſucht habe und dennoch haſt Du nicht einen einzigen Tropfen des Troſtes in mein brennendes Herz fallen laſſen; ich muß daher ſelbſt dieſen Brand loͤſchen.

Eniſchtvſſen oͤffnete ſie ein auf dem Tiſche ſtehen⸗ des Kaͤſtchen, nahm aus demſelben ein Puͤlverchen, zog die Waſſerflaſche und das Glas naͤher zu ſich und miſchte einen Trank, der denBrand des Herzenst loͤſchen ſollte.

In einer Stunde habe ich aufgehoͤrt zu leidem,