Teil eines Werkes 
22.-24. Bd. (1851)
Entstehung
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181 Lilia, fluͤſterte Philipp,haſt Du Dich ſo ver⸗

aͤndern koͤnnen Du?

Ein ganzes Jahr lang habe ich Dich um eine einzige Unterredung gebeten, Philipp! Du biſt ohne Gnade geweſen und deshalb iſt es auch Gott geweſen.

Gott, wiederholte er, waͤhrend er mit ſanfter Gewalt ſeine fruͤhere Gattin aufhob und ſie auf das Sopha ſetzte, vor welches er ſeinen eigenen Stuhl ſchob,Gott haſt Du ja ſo wohl gefunden, daß man ſogar behauptet, Du lehrteſt auch Andere, wie ſie ihn finden ſollten.

Ich habe verſucht, fromm und andaͤchtig zu werden. Ich habe zuweilen geglaubt, es zu ſein; aber dieſes Mittel, welches betaͤuben ſollte, hat mich ebenſo arm und machtlos verlaſſen, als ich war, bevor ich es verſuchte. Ich bin eine Prophetin, eine Traͤumerin geweſen. Waͤhrend meines Deliriums habe ich Andere inſpirirt... Aber ich bin erwacht man hat das Ungluͤck zu erwachen und ich habe gefunden, daß Alles zuſammen nur ein Anfall von Wahnſinn war, der von Andern fuͤr den Ausdruck eines wietlichen Seher⸗ vermoͤgens gehalten ward.

Man haͤtte den Ton hoͤren ſollen, in welchem dieſe Worte ausgeſprochen wurden gebrochen, klagend und ſterbend, enthielt er das ganze Bekenntniß der