Teil eines Werkes 
22.-24. Bd. (1851)
Entstehung
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heimlichen Seelentortur, einer Tortur, von der nicht Worte, ſondern blos Laute einen Begriff geben koͤnnen. »Beklagenswerthes Weib, es fand ſich alſo nicht ein einziger Funken Hoffnung in Deiner Gottesfurcht, kein Funke wirklichen Glaubens?

Nicht ein einziger woher willſt Du, daß ich Hoffnung und Glauben erhalte? Fuͤr mich giebt es nur eine Erloͤſung: Dich!

O, denkſt Du noch an dieſe Moͤglichkeit?

Stets... Wenn Du mir verziehen haſt, werde ich auch mit Gott verſohnt und dann kommt auch die Erloͤſung.

Verziehen habe ich Dir ſchon laͤngſt... Alles, Alles!

Dieſe Verzeihung erloͤſ't mich nicht aus den Feſſeln der Suͤnde und des Lebens. Eine Stimme verfolgt mich fortwaͤhrend. Sie ruft: Du ſollſt als ein lebendes Geſpenſt auf Erden herumwandeln, bis Du ſeine Liebe wiedergefunden haſt. Dann, wenn dies geſchehen iſt, wirſt Du noch einmal ſchoͤn, rein und heilig werden und dann wird das Grab, nach welchem Du jeden Tag thraͤnenvoll Deinen Blick wendeſt, ſich oͤffnen und Dich aufnehmen. Sobald ſein Kuß Deine Lippen geheiligt hat, ſinkſt Du in Staub.

Philipp fuͤhlte ſich von einem unheiml ichen Schauer ergriffen. Dieſe duͤſtere, finſtere Dachſtube mit ihrem einzigen, mattbrennenden Lichte, dieſes geſpenſtiſche We⸗