in der Huͤtte am Schwalbenſee. Er ſah ſie wieder mit ausgeſtrecktem Arme daſtehen, er hoͤrte ſie mit dem Ent⸗ ſetzen der Verzweiflung, daß ſie nicht der Blitz waͤre, der die Macht haͤtte, zu zerſchmetten, er hoͤrte ſie den verfluchen, den das Schickſal Fwiſchen ſie und das Ziel ihrer Wuͤnſche geſtellt.
Aber man beurtheile, einen wie großen Antheil
dieſes Weib jetzt noch an Philipps Gefuͤhlen beſaß—
das naͤchſte Bild, welches er ſah, war dieſe ganze Scene unter dem ſtuͤrmiſchen Beifallsrufe der Zuſchauer auf dem Theater dargeſtellt.
„Ja,“ murmelte er,„das muͤßte ein großer Au⸗ genblick ſein! Und er verwunderte ſich nicht einmal daruͤber, daß dieſer Gedanke ihm eingefallen war. Er wunderte ſich blos, daß er ihn nicht ſchon fruͤher gehabt.
Die Roͤthe ſeiner Wange, das Feuer, welches mit den Thraͤnen in ſeinen Augen kaͤmpfte, verrieth, daß die Melancholie ſich einen andern Zufluchtsort ſuchen muͤſſe. Aber bevor er ſeine Sel lbſtbeherrſchung voͤllig wieder erlangt, ehe er noch ſeine Stirn vollkom⸗ men wieder aufgerichtet hatte, ſchloſſen ſich um dieſe Stirn zwei kalte Haͤnde, und zwar ſo feſt, als ob ſie alle die hellen Gedanken verdraͤngen wollten, die ſich emporzuarbeiten ſuchten.
Ein eiſiger Hauch drang bis auf den Keefſten Grund
von Philipps Herzen.
„Was ſuchſt Du hier?“ fragte er in demſelben 12*


