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Philipp war fort.
Sein letzter Abſchied— ſo wuͤrdig, ſo edel und gleichzeitig von ſo tiefen und ernſten Empfindungen zei⸗ gend— erſchuͤtterte wohl nicht den Entſchluß, den Ho⸗ norine ſchon vorher gefaßt, aber machte ihn doch um Vieles ſchwerer.
Sie bereute auch nicht— ſie hatte nach gereifter Ueberlegung gehandelt— aber ſie litt, ſie litt furchtbar an jenem grauſamen Schmerze, gegen welchen die Ver⸗ nunft nichts vermag und deſſen Thraͤnen nur von der Zeit geſtillt werden.
Nun war es vorbei. Aber in dem Worte vor⸗ bei— auch wenn wir es ſelbſt geſchaffen— liegt et⸗ was Unbegreifliches, liegt Todesqual.
Honorine hatte nirgends Ruhe.
Ihr Gemuͤth, dieſes ſonſt ſo ruhige Gemuͤth, nahm verwirrende Bilder, gefaͤhrliche Bilder in ſich auf... Sie zitterte vor der Reue, welche nichts fruch⸗ ten konnte. Und dann ſagte ſie ſich wieder, daß es keine Reue ſein koͤnnte, denn ſie wußte ja beſtimmt, daß ſie, nach dem, was geſchehen, Philipp nicht angehoͤren wollte.
Drei Tage dauerte dieſe Umwaͤlzung in dem Le⸗ ben dieſer ruhigen und edlen Frau. Drei Tage lang kuͤmmerte ſie ſich weder um ihre Leute, noch um ihr Haus, noch um ihre Angelegenheiten, noch auch nur um ihre Kranken.


