Mit zaͤrtlichem Laͤcheln betrachtete Honorine den Knaben, waͤhrend ihr ſchoͤner Arm ſich um ſeine Schul⸗ tern ſchlang.—
Der Strohhut der jungen Frau war ein wenig auf die eine Seite geruͤckt, ſo daß ein Theil ihres Antlitzes ſichtbar ward. Die Wangen waren friſch, wie die Roſenknospen, welche um ſie herum bluͤheten, aber das Auge, welches gedankenvoll auf dem Kinde verweilte, nahm immer mehr und mehr einen wehmů⸗ thigen Ausdruck an. Und dann bemaͤchtigte ſich auch der Wange eine andere Farbe— es war, als ob das weiße Sammtblatt der Narciſſe uͤber die Roſe gefallen waͤre.— In dieſem Augenblicke blieb Jemand vor dem Gitterthore ſtehen.
„Der große Kaſtanienbaum ſtand links und nicht weit von dem Thore.
Der, welcher ſich vor demſelben befand, war Philipp.
Er war zur Mittagszeit in Madaͤngsholm ange⸗ kommen, da aber auch Madame Malmelin, auf die gringende Einladung der Oberſtlieutenantin, der Braut, und beſonders des Braͤutigams, nach Tjuſtorp gefahren war, um bei den großen Arrangements behuͤlflich zu ſein, ſo hatte Philipp Niemanden, bei welchem er im Voraus ſich eines Theils der ſchmerzlichen Bewegungen


