Teil eines Werkes 
22.-24. Bd. (1851)
Entstehung
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alten Kaſtanienbaum anſchloß, unter deſſen Zweigen Alban ſein Studierzimmer aufgeſchlagen hatte.

Du hoͤrteſt ja, Tante, daß ich nichts konnte!

antwortete der Knabe in kurzem, verdrießlichen Ton.

Aber Du uͤbertreibſt es es waren ja blos ein paar Jahrzahlen, auf die Du Dich nicht beſinnen konnteſt.

Ja, aber ich will es allemal koͤnnen, wenn Du mich fragſt.

Ich will Dich noch einmal uͤberhoͤren und dann gehſt Du wieder mit; Du warſt ein wenig zerſtreut wegen unſerer vielen, lieben Gaͤſte ſie plaudern ſo gern mit dem kleinen Alban. 1

Und Onkel Arnold fragt mich immer, was ich geleſen habe, wenn wir mit einander ſpatzieren gehen. Onkel Arnold gefaͤllt mir ſehr.

Aber Onkel Dick iſt Dir doch wohl der aller⸗ liebſte.

Ja, wenn wir ſpielen, er und ich und Jolli... aber warte, liebe Tante, noch einen einzigen Augen⸗ blick, ich will es noch einmal durchleſen.

Und um dieſes letzte Durchleſen um ſo ſicherer und einflußreicher zu machen, legte Alban das Buch auf die Bank und begann ſo, die Ellbogen auf die gruͤn angeſtrichenen Latten geſtuͤtzt und den Kopf zwi⸗ ſchen den Haͤnden, mit jener kurzen, fluͤſternden Stimme zu leſen, welche zum richtigen Auswendiglernen gehoͤrt.

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