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„Mein Engel,“ antwortete Arnold,„ich uͤberlaſſe es Dir, dieſe Sache zu beurtheilen— ich fuͤr meinen Theil muß jetzt fortgehen und Sixtens Punſch kritiſiren.“
„Nun, dann kann ich auch wohl ſelbſt urtheilen. Haben Sie die Guͤte, mein Herr, Ihre Kritik nun vom Stapel zu laſſen... die Beiden da“— ſie zeigte auf Dick und Jolli—„horchen eben ſo wenig, als ob ſie taub waͤren, das wiſſen Sie.“
„Ich muß Ihnen gehorchen. Aber wenn ich mich nun verſuͤndige, ſo haben Sie die Guͤte, zu bedenken, daß es auf Ihren Befehl geſchieht!“
„Das verſteht ſich— ich will Ihnen blos ſagen, daß ich Honorinen fuͤr noch vollkommener anſehe, als mich ſelbſt... Sie ſind doch niemals ſo gottlos ge⸗ weſen, an meiner Vollkommenheit zu zweifeln?“
„Niemals, geehrte Frau! Man wird ja nicht eher
Zweifler, als bis man in ſeiner Ruhe geſtoͤrt wird.
Wenn man aber nicht an das Daſein von irgend et⸗
was glaubt, was man nicht ſieht, ſo verfaͤllt man auch
nicht in jene ſchmerzliche Stoͤrung, die ſo vieles Unan⸗ genehme mit ſich bringt.“
„Aber, lieber Himmel, Sie haben ja, ſo zu ſagen, gar keine Religion, mein Herr.“
Der Huͤttenmeiſter nahm eine bekuͤmmerte Miene an.
„Der Glaube iſt das Vornehmſte!“ hob Adele wie⸗
der an.„Nun ſagen Sie, daß Sie an nichts glauben,


