von ihrem Gatten, dem Manne, den ſie verabſcheute und doch hochachten mußte.
Aber alles dies war nur eine fluͤchtige Bewegung, fluͤchtig, wie ein Windhauch. Sie mußte ſich beeilen, zu handeln— die Zeit war karg zugemeſſen und koſt⸗ bar— ſie eilte hinauf und ſchrieb mit zitternder Hand folgende Worte:
„Bete, daß die Abenddaͤmmerung ſich auf die Erde herabſenke, damit unſere Sonne aufgehen kann! Das Gluͤck iſt guͤnſtig geweſen.
„Ich erwarte Dich!“
Und als ob die Schatten mit denen, welche war⸗
teten, im Bunde ſtuͤnden, zogen ſich ſchwere Gewitter⸗ wolken am Himmel zuſammen. Die Gaſſen waren
leer, denn die Badgaͤſte hielten ſich faſt alle daheim und keuchten und ſchwitzten auf ihren Sophas. Nur
der Kammerrath und ein paar andere Herren waren es,
welche ihr Gluͤck auf der See verſuchen wollten. Der Huͤttenmeiſter Montin hatte gerade heute
Arnolds Antwort erhalten und da der junge Huͤtten⸗
meiſter ein wohldenkender Mann war, ſo empfand er eine wirkliche Erleichterung, weil er nun wußte, daß dieſe gefaͤhrliche und ungluͤckliche Intrigue, die er unter
ſeinen Augen ſich entwickeln ſah, ohne ſie dem Gatten 4
verrathen zu koͤnnen, nun wahrſcheinlich ihr Ende errei⸗


