Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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„Ja, das werde ich thun. Gehſt Du bald fort?“ „In einer Stunde. Ich gehe jetzt erſt und be⸗ ſtelle einen Imbiß, den wir mitnehmen werden.“

„Kann ich vielleicht auch etwas mit dazulegen,

mein Freund?“

„Nein, nichts, meine Liebe... Und nun lebe

wohl auf einige Stunden.“

„Kommſt Du nicht noch einmal herauf, bevor Du fortfaͤhrſt?“

„Ich glaube nicht, daß mir Zeit dazu uͤbrig bleibt. Deshalb nehme ich gleich jetzt Abſchied.“

Und der Kammerrath legte ſeinen Arm um den Nacken der Gattin und druͤckte einen Kuß auf ihre Lippen und einen auf ihre Stirn.

Es lag etwas Wehmuͤthiges in ſeinem Benehmen und etwas Sanftes und Gutes in ſeinem Blick.

Lilia fuͤhlte ſich von einer wunderbaren Empfin⸗

.

dung durchzuckt— einer Empfindung, die, unbegreif⸗

lich genug, der Reue glich. Sie ergriff ſelbſt die Hand ihres Mannes und— wer erklaͤrt die Widerſpruͤche des menſchlichen Herzens— druͤckte ſie mit Waͤrme an ihre Lippen. 4

Als ſie die Hand losließ, waren zwei Thraͤnen

darauf gefallen. Es war die Erinnerung an ihren ſuͤndhaft

ten, wachenden Traum, welche dieſe Thraͤnen hervorgerſen, 5

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