Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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ſich erinnerte, hatte eine wilde Eiferſucht erweckt. Jetzt handelte es ſich nicht mehr um den demuͤthig bittenden Philipp— jetzt war er ein auf ſein Recht pochender Herrſcher, der Forderungen ſtellte und Gehorſam ver⸗ langte.

„Was ſoll ich thun, was ſoll ich thun— Ty⸗ rannen rings umher... Wenn Philipp wuͤßte.. aber das dient zu nichts— er will nicht warten, er begeht gewiß irgend eine entſetzliche Thorheit, wenn er warten ſoll und dann...“

In dieſem Augenblicke trat ihr Gatte ein.

„Man vergeht ordentlich in dieſer brennenden Luft,“ ſagte er.„Ich habe mich mit ein paar Be⸗ kannten dahin geeinigt, daß ein Seebad das Beſte⸗ iſt, was man genießen kann. Und im Fall es ſpaͤter kuͤhl werden ſollte, daß man fiſchen kann, ſo werden wir wohl bis auf den Abend draußen bleiben, meine kleine Freundin!“

Lilia war nahe daran, einen Freudenruf auszu⸗ ſtoßen, aber ſie ſagte doch mit traͤger Ruhe:

„Du biſt recht gluͤcklich, daß Du in der See baden kannſt— ich wuͤrde daſſelbe thun, wenn ich

ſchwimmen koͤnnte.“

„Ich kann es auch nicht, wenigſtens nicht ordent⸗ lich, aber das hindert mich nicht zu baden; und Du, mein Kind, kannſt waͤhrend der Zeit ein kaltes Douche⸗ bad nehmen.“

Ein Gerücht. VII. 5