Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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bare Liebe ſelbſt ſich immer unwiderſtehlicher geſtaltete.. nein, nein, ſie konnten nicht ſterben!

„Sterben“— wiederholte ſie mehrmals bei ſich ſelbſt mit mechaniſcher Hartnaͤckigkeit,„ſterben... weshalb ſollen den gerade wir ſterben?“

Ihre blauen Augen erhielten eine durchſichtige, eine entſetzeneinfloͤßende Klarheit. Ihr bleiches Antlitz, von welchem die gluͤhenden Roſen jetzt verſchwunden waren, erhielt, vielleicht durch eine innere Ruͤckwirkung, eine noch auffallendere Blaͤſſe. Ihre weiße Geſtalt beugte ſich geiſterhaft uͤͤber den Gatten und horchte auf ſeinen Athemzug.

„Er ſchlaͤft, ja, er ſchlaͤft ruhig— der Verhaßte, der leben wird, um taͤglich mein Herz zu martern und zu zermalmen.“ 8

In dieſem Augenblick fiel ihr Blick auf ein langes, blaues Band, welches ſie den Tag vorher als Guͤrtel getragen hatte.

Es hing auf einem Stuhl ganz nahe bei ihr... und obſchon ſie ſich mehrmals wegwendete, ſo zog doch eine geheime, magnetiſche Kraft ihre Blicke immer wie⸗ der dorthin zuruͤck.

Endlich konnte ſie dem geheimen Triebe nicht wi⸗ derſtehen... ſie ſtreckte die Hand aus, ergriff das Band und riß es an ſich.

Was war denn mit dieſem einfachen Bande? Als ſie es zwiſchen ihren Fingern hielt, zitterte ſie.

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