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Du meinem Namen den mindeſten Flecken zufuͤgſt, ſo werde ich mich auf eine ernſte Weiſe zu raͤchen wiſſen l Lilia biß ſich in ihr)e Purpurlippen, Wuth und Schmerz machten ſie ſchwindlig. So vor dem Manne beſchimpft zu werden, den ſie gewohnt geweſen, mit ih⸗ rem Wort, ihrem kleinſten Blick zu beherrſchen! Der Blick, den ſie ihrem Mann zuwarf, hatte jetzt auch kei⸗ nen Schleier mehr— er ſpruͤhte Funken, ſo daß der Kammerrath unwillkuͤrlich einen Schritt zuruͤcktrat.
„Sieh da,“ ſagte er,„da kommt Gunnel mit Dei⸗ nem Mantel— nun wollen wir gehen.“
„Ja, es iſt die hoͤchſte Zeit. Ich fuͤhle mich ſo krank, daß ich faſt umſinke“... Und ſie ſchleppte ſich, ſo zu ſagen, die Treppe hinunter.
Endlich kam Lilia heraus auf die Straße, wo ſie erſt wieder Athem zu ſchoͤpfen wagte. Jetzt aber wieder ihrer ſelbſt maͤchtig, war ihre erſte Handlung die, daß ſie von ihrer wieder gewonnenen Keckheit Gebrauch machte.
„Warte einen Augenblick,“ ſagte ſie zu ihrem Mann. „Ich habe vergeſſen, den Schluͤſſel von meiner Scha⸗ tulle abzuziehen... man muß Niemanden in Ver⸗ ſuchung fuͤhren.“
Der Kammerrath, der ſchon daran gewoͤhnt war, die Kraͤnklichkeit ſeiner Gattin ſich in Geſundheit ver⸗ wandeln zu ſehen und umgekehrt, wunderte ſich nicht ſehr, ſie jetzt die Treppe hinauffliegen zu ſehen.


