Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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Und ſie flog weiter, bis ſie in demſelben Zimmer ſtand, wo ſie Philipp gelaſſen.

Sie fand ihn, mit den Haͤnden vor dem Geſicht, halb ohnmaͤchtig in einem Lehnſtuhle liegen.

Das Geſpraͤch, welches er gehoͤrt, kam ihm vor wie ein daͤmoniſcher Traum. Dieſes Weib, dieſe Sirene, die ihn nach ihrem eigenen Geluͤſte unter die Fuͤße ge⸗ treten, ſie ward jetzt ihrerſeits unter die Fuͤße eines an⸗ dern Mannes getreten... Welche Macht hatte dann

dieſer Mann, wo hatte er ſie hergenommen?

„Ach, Philipp, ich ſehe, was Du denkſt,“ ſagte Lilia keuchend.„Aber ſei ruhig. Dieſer ſcheinheilige Deſpot ſoll einmal ſeine Gewalt gebrochen ſehen... Und nun fort von hier! Naͤchſten Donnerſtag, mein Herrſcher! Denn Du, welcher uͤber meine Seele herrſcht, biſt mein einziger, wahrhafter Herr— naͤchſten Donnerſtag werde ich von Friedrichshall zu Hauſe zu bleiben wiſſen, wohin ich ihn zu gehen bewegen werde. Lebe wohl bis dahin... Wir werden mit einander geraͤcht werden.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, welche Philipp uͤbrigens auch kaum im Stande geweſen waͤre, zu ge⸗ ben— ſo gedemuͤthigt und vernichtet fuͤhlte er ſich— eilte ſie wieder hinunter.

„Ich glaube, Du haſt Dein Fieber wieder bekom⸗

men, meine Freundin,“ ſagte der Kammerrath, der ge⸗ duldig daſtand und wartete. „Gleichviel, was ich bekommen habe,“ antwortete

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