Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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ſtehen, nicht wahr? Dies iſt das Signal, daß ich kommen kann.—

„Keine Bedenklichkeiten! Das Leben iſt kurz— man muß es genießen.

„Zehn Minuten morgen Abend, nachdem die Daͤmmerung ſich uͤber die Erde geſenkt hat, zehn Mi⸗ nuten! Ich bezahle ſie mit zehn Jahren Gewiſſens⸗ pein— es iſt nicht zu theuer. 11...

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Lilia druͤckte das Blattt— auf welchem die Worte noch zu brennen ſchienen— an ihre eigenen, gluͤhenden Lippen, verbarg es dann an einer ſiche⸗ rern Stelle, als es vorher gehabt und eilte darauf, von tauſend neuen Reizen ſtrahlend, in den Saal zuruͤck.

Als ſie ſo darin herumſchlenderte, ſtieß ſie bald

auf einen alten Militair, der ein großer Freund vom Fiſchen und ſchon ein paarmal mit dem Kammerrath ausgeweſen war, deſſen hoͤchſtes Vergnuͤgen im Bade in derſelben Grille beſtand.—

Fuͤr Lilia war es nur ein Kleines, die Sache

dahin zu bringen, wohin ſie ſie haben wollte. Von ihr ging kein Vorſchlag aus. Aber der Kammerrath, der ſich wieder auf die Schwelle geſtellt, erhielt ſo

freundliche und ſo ſüße Blicke, daß er ſich eines Ger

fuͤhls von Gluͤckſeligkeit nicht erwehren konnte, wel⸗ 4