meine liebe Freundin— ich glaube, es iſt nun ſchon das dritte Mal, ſeitdem wir hier ſind, daß Du dorthin Deine Zuflucht nehmen mußt.“
„Es iſt nicht meine Schuld,“ dachte die junge Frau, indem ſie forteilte,„daß ich niemals allein ſein kann— aber wir wollen jetzt ſehen.“.
Sie trat in ein beinahe ganz von Damen ange⸗ fuͤlltes Zimmer, aber dieſes Mal nahm ſie ſich vor, wenn es auch noch ſo lange dauern ſollte, zu erwarten, bis ſie uͤber ihr Heiligthum disponiren koͤnnte.
Und endlich kam dieſer mit brennender Unruhe erwartete Augenblick. Sie war allein und in einem Nu war der Strauß von einander geriſſen und ein kleines Billet fiel in ihre bebenden Haͤnde.
Einen Augenblick ward ſie von der Gewißheit ih⸗ res eigenen Gluͤckes betaͤubt. Wenn der Strauß aus⸗ einandergegangen, wenn das Billet herausgefallen, wenn es von ihrem Gatten aufgehoben worden waͤre— zum Gluͤck waren alle dieſe Wenn nur entflohene Schatten — und im Fall ein einziger Gedanke, außer dem an das Billet, jetzt Macht uͤber ihr Gemuͤth hatte, ſo war die⸗ ſer dem Huͤttenmeiſter zugewendet, deſſen Takt und Zartgefuͤhl ſie ferner dadurch zu belohnen beſchloß, daß ſie ihn zum ſichtbaren Deckmantel einer unſichtbaren Intrigue machte.
Und hier iſt ein Stuͤck der unſichtbaren Intrigue. Es iſt in dem Billet enthalten, welches Lilia nun erbrochen hat:


