Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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ken koͤnnen!“ ſagte Lilia, waͤhrend ihre Hand ſich um die Blumenſtengel preßte.

„Ich glaube wirklich,“ antwortete Herr Montin, gerade nicht mit einer beſondern Betonung ſeiner Worte, aber doch mit einem Blick, der, wie ſchnell er auch war, doch eine ganze Geſchichte erzaͤhlte,„ich glaube wirklich, daß ich eine kleine Schuld an Sie zu fordern habe, geehrte Frau! Wenn Sie ihre Hand nur ein wenig oͤffnen wollen, ſo werden ſie ſehen, daß der Faden los⸗ gegangen iſt. Ich mußte wirklich die Stengel feſt zu⸗ ſammendruͤcken, damit ſie ſich nicht oͤffneten.“

Eine dunkle Roͤthe breitete ſich uͤber Lilia's Wange.

„Sie ſind ein ritterlicher Mann, Herr Huͤttenmei⸗ ſter, und bei einem ſolchen ſteht eine Frau gern in der Schuld! Sie koͤnnen ſicher ſein, daß ich die meine nie⸗ mals vergeſſen werde.“

Beinahe in demſelben Augenblick war der Walzer zu Ende und der Kammerrath, der ein entſchiedenes Vorurtheil gegen den jungen, huͤbſchen und artigen Huͤttenmeiſter hatte, in deſſen Geſellſchaft Lilia mehr Vergnuͤgen zu finden ſchien, als in der eines Andern, der Kammerrath, ſagen wir, kam ſchnell und dienſtfertig auf ſeine Gattin zu und zwang dadurch den Huͤtten⸗ meiſter zum Ruͤckzuge.

„Du tanzeſt zu heftig, mein Kind!“ Er ſchlug mit einer etwas ſtolzen Miene den Shawl um ſeine ver⸗ woͤhnte Gattin.