Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Aber es war wahr ein einziger Mann beſaß die Macht, dem Zauber zu widerſtehen, den ſie um ſich verbreitete und zum Ungluͤck fuͤr ſie war dies ihr Gemahl.

Am Tage nach dem Abend, wo der Kammerrath ſeine liebenswuͤrdige Gattin gezwungen, den Brief zu ſchreiben, welcher Philipp in die Verbannung ſchickte, ſagte dieſe Gattin zu ihm:

Ich bin Dir gehorſam geweſen Du haſt nichts mehr zu fuͤrchten; aber nun muß ich Beſchaͤftigung voll⸗ auf haben, um vergeſſen zu koͤnnen.

Und Deine Krankheit? antwortete der Mann.

Ich fuͤhle nichts mehr davon und ſchon heute Abend will ich in die Welt der Geſellſchaft eintreten.

Der Kammerrath hatte nichts dagegen.

Er ſah ein, daß ſeine Frau, wie ſie geſagt hatte, Beſchaͤftigung bedurfte und als ſchon am Nachmit⸗ tag das heißt, ein paar Stunden, nachdem Arnolds Correſpondent ſeinen Brief auf die Poſt gegeben die Nachricht ſich verbreitete, daß Herr Thurné, nach⸗ dem er von einer Waſſerfahrt zuruͤckgekommen, ſogleich Poſtpferde zur Abreiſe beſtellt habe, ſo war es klar, daß der Brief, den der Kammerath diktirt, ſeine gehoͤ⸗ rige Wirkung gethan hatte.

An demſelben Abend wußte alle Welt, daß der Poet abgereiſ't war; aber was alle Welt nicht wußte, war der Umſtand, daß er eine heimliche Botſchaft erhalten,

-