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„Wie!“ rief Adele.
„Die gnaͤdige Frau ſpricht als Freundin und eine Freundin iſt ſtets edelmuͤthig. Aber Du haſt auch recht, denn Du ſprichſt als Liebhaberin und eine ſolche iſt niemals edelmuͤthig, wenn es auf dergleichen Dinge ankommt.“
„Nun, das war gut,“ antwortete Adele mit einem feinen Laͤcheln,„daß Du dieſes Letzte hinzu⸗ ſetztſſt, denn Du kannſt Dich darauf verlaſſen, daß es nicht in meiner Abſicht gelegen haben wuͤrde, Dir Barmherzigkeit anzubieten.“
„Davon bin ich ebenſo uͤberzeugt, wie ich uͤber⸗ zeugt bin, daß einige Zeilen von der gnaͤdigen Frau fuͤr unſern armen Freund von unberechenbarem Nutzen ſein wuͤrden. Fuͤr keine Frau hegt Philipp ſo viel Achtung, ſo innige Freundſchaft, ſo feſtes Vertrauen und er muͤßte ſo weit verirrt ſein, daß er gar nicht mehr unter der Macht der Vernunft ſtuͤnde, wenn dieſe Gewalt ſich nicht noch geltend machte. Sagen Sie, gnaͤdige Frau“— er legte in ſeinen Ton, in ſeinen Blick den Ausdruck einer zarten und herzlichen Achtung—„wollen wir nicht mit einander verſuchen, ihn zu retten?“
„Ich danke Ihnen, Doctor, daß Sie mir noch einigen Einfluß zutrauen. Aufrichtig geſagt, glaube ich ſelbſt nicht daran, aber ich will es auf alle Faͤlle verſuchen.“


