Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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ſelbſt ihre Ohnmacht zu verſtehen und bemuͤhte ſich, aus derſelben herauszukommen.

Auch dauerte es nur einige Minuten, ſo ſchlug ſie ſchon wieder die Augen auf und ſah ſich rings um.

Anfangs war ihr Blick unruhig und irre, aber bald verkuͤndete er, daß ihre gewoͤhnliche Geiſtesgegen⸗ wart zuruͤckkehrte und der beſte Beweis davon war, daß ſie mit dankbarem Laͤcheln ihre Freunde fuͤr die zarte Ruͤckſicht belohnte, daß ſie nicht jenen aͤrgerlichen Laͤrm gemacht hatten, welcher gewoͤhnlich alle moͤglichen Vermuthungen zur Folge hat.

Honorine war ſelbſt die Erſte, welche wieder ſprach.

„Meine beſten Freunde,“ ſagte ſie mit ihrer einfachen und ruͤhrenden Stimme,„in meiner Natur liegt ein ſo entſchiedener Abſcheu vor aller Verſtellung, daß ich kei⸗ nen Grund zu der augenblicklichen Schwachheit, deſſen Zeugen ihr geweſen, auffinden kann. Andererſeits bitte ich Euch, nicht allzuſtreng daruͤber zu urtheilen. Ich weiß, daß Ihr mir glaubt, wenn ich Euch ſage, daß ich zur Verwunderung uͤber ſein langes Schweigen be⸗ rechtigt war. Und der ſchmerzliche Aufſchluß, den ich jetzt daruͤber erhielt, traf mich ſo unvorbereitet, daß ich ... doch genug von mir... leſen ſie jetzt den Brief vor, Doctor Warvner, wir ſind alle Drei ſeine Freunde.“

„Aber ich weiß nicht“... ſagte Arnold mit ei⸗ nem zweifelhaften Blick auf Adelen. Sie begriffen nun erſt, daß Philipps Gefuͤhle in