der letzten Zeit eine Veraͤnderung erfahren haben mußten, welche er ſchon verrathen hatte. Aber Arnold, der aus dem angekommenen Briefe die allerletzte Veraͤnderung dieſer Gefuͤhle kannte, fuͤrchtete, daß der Schlag, der Ho⸗ norinen dadurch traf, ſo uͤberwäͤltigend ſein wuͤrde, daß ſie ihn, ungeachtet ihrer Staͤrke, vielleicht nicht zu ertra⸗ gen vermoͤchte.
Mit Verzweiflung klagte er ſich jetzt an, daß er waͤhrend der letzten Zeit nicht Acht auf Honorinens Zu⸗ ſtand gegeben.
„Nun, Doctor Warvner, haben wir nicht Beide Theil an ſeinem Herzen, an ſeiner Freundſchaft?“ hob die junge Frau muthig an,„muͤſſen wir dann nicht zuſammen an ſeine Rettung denken, fuͤr den Fall. fuͤr den Fall von dieſem Worte die Rede ſein kann? 2u
„Gieb Honorinen den Brief,“ ſagte Adele;„was auch darin ſtehen mag, ſo iſt es doch am beſten, wenn ihre Augen es ſehen— ſpaͤter koͤnnen wir uͤberlegen.“
Arnold ſchuͤttelte blos den Kopf.
„Adele hat recht, mein beſter Doctor und ich bitte — keine Zoͤgerung.“
Sie ſtreckte die Hand mit einer ſo beſtimmten Geberde aus, daß Arnold nicht anders konnte, als ihrem Wunſche zu gehorchen.
Gerade aber, als ſie den Brief oͤffnen wollte, hielt ſie inne. Ein Wechſel der Farbe in ihrem Antlitz ver⸗ rieth einen neuen Eindruck.


