Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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hatte allerdings ſelbſt gewuͤnſcht und gehofft, daß das wichtige Wort vor ſeiner Abreiſe ausgeſprochen werden koͤnnte, ja, gerade jetzt, auf dem Heimwege, hatte er viel ſehr viel daran gedacht.

Aber dieſes téte A⸗téte kam ſo ganz unerwartet. Man denke ſich, wenn Adele einmal den Gedanken ge⸗ hegt, daß ein Funke von Eigennut ſich in den Heiraths⸗ antrag gemiſcht habe, den er letztvergangenen Herbſt ihr gemacht

„Was betrachten Sie denn ſo aufmerkſam?“ fragte Adele, welche ihn mit einem gewiſſen Gegenſtande be⸗ ſchaͤftigt glaubte.

„Ich— ich, geehrte Frau, betrachte nichts.“

Er wendete ſich nun zu ſeiner Patientin und hob den Blick langſam zu ihr auf.

Adele wollte niemals wieder gefallſuͤchtig ſein— o, ſie hatte viel zu ernſthafte Gedanken gehabt, um je⸗ mals ihrem Vorſatz untreu werden zu koͤnnen— und gleichwohl verrieth ſich eine verſteckte, wiewohl unſchul⸗ dige Koketterie in jeder Falte des luftigen und feinen Krankengewandes.

Ihr von Leiden gebleichtes, aber ſtets ſeelenvolles Antlitz hatte ſein fruͤheres, ſpruͤhendes Feuer verloren; aber es hatte ſtatt deſſen den Ausdruck einer gewiſſen nicht leidenden, ſondern reizenden und beredten Melan⸗ cholie gewonnen, welche mit ihrer gegenwaͤrtigen Lage in vollkommener Uebereinkunft zu ſtehen ſchien.

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