Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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In dieſem Augenblick, wo die Blicke des Doetors dieſe von einem wirklichen poetiſchen Hauch uͤbergoſſene Geſtalt betrachteten, lag ſie mit der Wange auf die kleine Hand geſtuͤtzt und nach der Sonnenſeite gewendet, von welcher einige Strahlen, die zwiſchen den rothge⸗ blumten Damaſtgardinen hindurchtanzten, einen leichten Rubinſchein uͤber den weißen Batiſt, ja ſogar uͤber das ganze Antlitz warfen, welches eine entzuͤckende Schuͤch⸗ ternheit, mit heimlicher Wonne kaͤmpfend, abſpiegelte.

Dieſe Schuͤchternheit hatte ihren Grund eben in der des Doctors.

So lange er ſich nur als der unermuͤdliche Arzt gezeigt, in welchem man blos den Liebhaber ahnte, ging es vortrefflich, aber als man dagegen auch nicht einen

Schimmer mehr von dem erſteren entdecken konnte, ward es ganz anders.

„Ich hoffe, beſte Frau von Stern, daß waͤhrend meiner Abweſenheit nichts Beunrüthigendes vorgefal⸗ len iſt.“

Arnold nahm ſeinen gewoͤhnlichen Stuhl ein und verſuchte, ſeine gewoͤhnliche Miene anzunehmen.

„Nein, durchaus nichts— ich fuͤhle mich fort⸗ waͤhrend beſſer.“

„Gott ſei Dank!“

„Ja, Gott ſei Dank! Ich wiederhole dieſes Wort nicht in dem gleichguͤltigen Sinne, den man oft daran