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waͤhrend des naͤchſten Tages abgeſendete Antwort— deren Eile einen guten Vorwand in der Nachricht von der gluͤcklichen Operation fand— einen noch weniger kaltſinnigen Ton verrieth, als die erſte.
Am Schluſſe ſagte ſie zum Beiſpiel:
„Sie ſcheinen mein Herz wegen ſeiner Geraͤumig⸗ keit ein wenig zu verſpotten. Und weshalb das, wenn ich fragen darf? Haben wir nicht ein Herz bekommen, eben ſo wie ein Haus, um unſere Freunde und Bruͤ⸗ der an deſſen Heerd einzuladen?— iſt dies nicht eben ſo gewiß, als daß wir in unſerm Herzen, eben ſo wie in unſerm Hauſe, unſer kleines, beſonderes Heiligthum haben, welches wir blos bei wirklichen, feierlichen Gele⸗ genheiten oͤffnen und dann auch nur fuͤr die vertrau⸗ teſten Freunde?“
Am nachſten Poſttage glaubte Honorine ganz ge⸗ wiß, wieder Briefe zu bekommen; denn da es ihm eine Gewohnheit, eine liebe Gewohnheit geworden war, an ſie zunſchreiben, warum ſollte er ſich da Zwang anthun?
Aber es kam kein Brief.
Honorine fuͤhlte ſich etwas niedergeſchlagen, fand aber gleich darauf dieſes Gefuͤhl ſehr thoͤricht. Sie ſagte ſich, daß das Zartgefuͤhl ihm verboͤte, ſo oft zu ſchreiben. Den naͤchſten Poſttag dagegen mußte ſie ja Antwort auf ihren Brief bekommen, ihren erſten vertraulichen Brief... ach, wie mußte er ſich bei ihr bedanken und wie ungeduldig erwartete ſie dieſe Antwort.


