Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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Honorine ſchlang ihre Arme um Adele, deren ſchnee⸗ bleiches, von Thraͤnen befeuchtetes Antlitz ſich an die Schulter der Freundin lehnte.

„Meine theure, meine geliebte Adele, Du... Ou ſiehſt hinter allem dieſen den Todl'

„Ja,“ antwortete Adele unter erſticktem Schluch⸗ zen,„Dir geſtehe ich es— hinter dieſem Entſetzen, hinter dieſer Furcht, der mein Koͤrper nicht widerſtehen, die mein Geiſt nicht beherrſchen kann, hinter allem dieſen ſehe ich den Tod— den Tod, auf den ich noch nicht vorbereitet bin, den Tod, der mich mit ſich in jenes unbekannte Land fuͤhrt, wohin mein Auge ſich noch nicht gewoͤhnt hat, zu blicken... O, Honorine, wenn ich geweſen waͤre, wie Du, wenn ich nicht ſo vieles in der Natur gemißbraucht, wenn ich mir nicht dieſe Krankheit ſelbſt zugezogen haͤtte, wenn mein Le⸗ ben das Allergeringſte geweſen waͤre— aber nein, es iſt doch etwas werth geweſen und es wird nicht ſpurlos verſchwinden, ohne etwas hinter ſich zu laſſen... Aber dieſes Etwas iſt entſetzlich— es ſind dies alle die verfuͤhreriſchen Beiſpiele, die ich gegeben. Wie manche Frau hat nicht mir gleichen und glaͤnzen ge⸗ wollt, wie ich, wie manche hat nicht um meinetwillen Thorheiten begangen, die Uneinigkeiten in den Familien zur Folge gehabt haben! Mein Leichtſinn war nicht Bosheit— es war ein Leichtſinn der Gewohnheit, der Erziehung— es war der Leichtſinn der Vergnuͤgungs⸗