Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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fuͤr tender Briefwechſel, der eine nahe Vertraulichkeit zu⸗

gleich in ſich ſchließt und verbietet, iſt gerade durch den

nn Schleirr, der uͤber unſere wirklichen Gefuͤhle geworfen zu wird, eine groͤßere Nahrung fuͤr die Liebe, als ein be⸗ ſtaͤndiges Beiſammenſein, bevor das entſcheidende Wort

und ausgeſprochen iſt. Wenn ſeine Briefe kamen, lebte Du, ich ganz und gar fuͤr ihn— ebenſo, wenn die Schmer⸗

zen kamen, bis es mit dieſen voͤllig uͤberhand nahm.“ „Aber verzeihe, theure Adele, verwechſelſt Du bei

jebe dieſer Liebe nicht den Arzt allzuſehr mit dem Liebhaber? Ver⸗— der Arzt iſt es, der Dich retten ſoll.“

gen„Ah, wenn Du mich ſo mißverſtehen kannſt, ſo das habe ich mich nicht richtig ausgedruͤckt. Aber ich hoffe, mit daß Du mich beſſer verſtehen wirſt, wenn ich Dir Hen. ſage, daß ich, wenn ich es nicht um ſei netwillen thaͤte, jehſt lieber dieſe Schmerzen mich ans Bett feſſeln ließe und lus⸗ geduldig den langen Todeskampf litte; denn meine

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Furcht vor der Operation uͤberſteigt alle Begriffe.“ ung„Aber, Adele, wie kannſt Du nur bei dieſen ann. Schmerzen Dich von dem Gefuͤhle falſcher Schaam in inen ſolchem Grade beherrſchen laſſen?“ mer„Dieſes Gefuͤhl iſt es bei weitem nicht allein— ieſen icch fuͤrchte mich, daß ich zittere, vor dem bloßen Ge⸗ be⸗ danken an jene Marterwerkzeuge und meine Angſt 14 ſteigert ſich mit jedem Tage, jeder Stunde und jeder Minute, die mich dem entſcheidenden Augenblicke naͤher hal⸗ bringt.“

Ein Gerücht. Vi. 4