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ploͤtlich den Himmel offen zu ſehen glauben. Aber alles dies war ſo ungewoͤhnlich, ſo unbegreiflich, daß Honorine dadurch, daß ſie die Haͤnde vor die Augen druͤckte, ihre Binde wieder anlegen zu wollen ſchien.
Und wozu diente dieſe jetzt?
Ohne den Brief zu ſehen, las ſie aus dem Ge⸗ daͤchtniß Wort fuͤr Wort alle dieſe Vorwuͤrfe, alle dieſe unbewußten Geſtaͤndniſſe und endlich jene ungeſtuͤme Klage, die ihren Grund darin hatte, daß der Brief, den er erwartet, ausgeblieben war.
War es wohl eine Moͤglichkeit— hatten endlich dieſe Feſſeln, in welchen er ſo lange geſchmachtet, ſich ſelbſt geloſ't? Hatte die Entfernung ihn gelehrt, ſich — neue Feſſeln zu wuͤnſchen?
Honorine ſprang auf und betrachtete entſetzt und zitternd ihr Witwengewand... Aber gleich darauf legte ſich ein Gefuͤhl himmliſchen Friedens uͤber ihr Herz— es war ja Alles ſo rein, ſo heilig, daß ſie nicht zu zittern brauchte. Wenn der Himmel einmal ſich wirklich oͤffnete, weshalb ſollte ſie dann nicht wagen, hineinzublicken?
Sie hatte ja verſucht, ihre Pflichten als Gattin, als Menſch zu erfuͤllen— Gott wollte ihr erlauben, ohne Vorwuͤrfe auf ein noch hoͤheres Gluͤck hoffen zu duͤrfen.
Ein halberſtickter Ausruf ſtoͤrte ſie. Sie verbarg ſchnell den Brief und eilte zu Adelen,


