Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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welche von einer ſtechenden Erſchuͤtterung, die ſich allen Nerven mitzutheilen ſchien, unſanft geweckt, neue Er⸗ fahrungen im Gebiete des Schmerzes machen ſollte.

„Meine arme, theure Adele!“

Honorinens Herz vergaß ſogleich die neuerwachte Seligkeit. Mit Angſt betrachtete ſie ihre Freundin.

„O mein Gott, mein Gott!* ſeufzte Adele un⸗ ruhig,„was ich war.. 6

Sie redete nicht aus, aber ihre Hand druͤckte hef⸗ tig Honorinens.

„Wenn Du einmal einen ruhigen Augenblick haſt,“ fluͤſterte dieſe,„wirſt Du mir ſagen, wie lange es ſo geweſen iſt...“

Ein Laͤcheln, aber ein mildes, ein mitleidsvolles Laͤcheln, ſpielte matt uͤder Adelens farbloſe Lippen.

„Seit zwei Monaten habe ich dagegen gekaͤmpft, ich armſeliges Weltkind! Aber ſeit ein paar Wochen muß ich mich fuͤr uͤberwunden bekennen. Ich ſchrieb damals an ihn, wie Du weißt.“

„Ja, und er wird ſich das heilige Recht erwerben, Dir ein neues Leben zu oͤffnen.“

„Zu ſpaͤt, zu ſpaͤt!“ G

Einige kalte Schweißtropfen befeuchteten Adelens Stirn. Ihre feinen Adern ſchwollen waͤhrend dieſes Kampfes.

„Nicht zu ſpaͤt— er hat verſprochen.“

„Ja, wenn ich ihm damals gehorcht haͤtte...

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