Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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war es auch zum Theil mit Sirten, obſchon aus einem entgegengeſetzten Inſtinkt, welcher ihr ſagte, daß die ge⸗ ringſte Unvorſichtigkeit von ihrer Seite ſeine Hoffnnug fuͤr die Zukunft erwecken koͤnnte.

In dem Brief an Philipp hatte ſie inzwiſchen einen Hauch der alten Herzlichkeit wehen laſſen— die Worte wuͤrden doppelt ſteif auf dem Papier ausge⸗ ſehen haben, wenn ſie den letztern Ton beibehalten haͤtte... aber vielleicht hatte er weder von dem einen noch von dem andern etwas bemerkt? Er war ja auch verſchloſſen und ſteif geweſen, aber ſie hatte jetzt nicht fragen können.

Im gegenwaͤrtigen Augenblicke hatte ſie ſchon ſeit mehrern Tagen den Brief erhalten, den er von Udde⸗ valla an ſie geſchrieben, aber dieſer hatte dieſelbe Wir⸗ kung auf ſie gehabt, wie der ihrige auf ihn, naͤmlich die, daß er kein wirkliches Vergnuͤgen bereitete. Es kamen darin wohl Schimmer von Hingebung vor, aber ſie klangen doch fremd.

Vielleicht um ſich damit vertrauter zu machen, behielt Honorine ihn in der Taſche ihres Kleides; viel⸗ leicht geſchah dies auch aus Vergeßlichkeit— genug, es traf ſich ſehr oft, daß ſie hineingriff und wenn ſie ihn dann zufäͤllig erfaßte, ſo mußte ſie ihn leſen.

Aber waͤhrend ſo unſere junge Frau, in ihre Be⸗ rechnungen vertieft, umherwandelte, fuhr ſie auf einmal