Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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Die Seele der kleinen Tigerin begann ſich zu ruͤh⸗ ren und den Schlaf abzuſchuͤtteln.

Ich wage die Worte zu reden, die ich feſt ent⸗ ſchloſſen war, in demſelben Augenblicke auszuſprechen, wo Du die Maske abwerfen wuͤrdeſt. Ich geſtehe gleichwohl, daß ich nicht glaubte, daß Du ſo ſehr da⸗ mit eilen wuͤrdeſt. Aber es lag Dir daran, Deinen Sieg mit einem Male abzuſchließen und Du biſt nun uͤberzeugt, daß dieſer Sieg nur eine Taͤuſchung iſt... mein Scharfſinn war groͤßer, als der Deine, mein Spiel beſſer ich bin es, der geſiegt hat.

Geſiegt! O nein, Du haſt nicht geſiegt, denn Du liebſt mich.

Ja, aber merke wohl, nicht wie ein Thorz und ich bin nicht ſo vornehm, daß ich zwei Schlafzimmer

einzurichten brauchte. Aber das mußt Du nun mehr, als jemals; denn ein wie grauſamer Despot Du auch zu werden beabſichtigſt, ſo begreifſt Du doch wohl, daß eine Frau, wie ich, ſich nicht unterdruͤcken laͤßt! Du biſt in dieſer Hinſicht alſo beſtimmt? Vollkommen beſtimmt! Von heute Abend an iſt⸗ dieſe Thuͤr verſchloſſen... o, mein Herr Lilia's Augen funkelten von einem wilden Feueres war auch ein Irrthum, zu glauben, daß man mit mir um⸗ ſpringen koͤnne, wie mit einer jener gewoͤhnlichen Scla⸗ venpuppen, die ein Blick maſchinenmaͤßig zur Erde beugt.