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„Dieſe wechſelſeitigen Beweiſe warmer Wuͤnſche fuͤr unſer beiderſeitiges Wohlbefinden ſind in der That die ſchoͤnſten Vorboten unſeres kuͤnftigen Lebensgluͤckes.“
Lilia wird durch all' dieſe Sympathie ſo geruͤhrt, daß ihr Tuch von dem Tiſche ſich bis in die Umgegend der Augen bewegte.
„Und in zwei Monaten— nicht wahr, das ver⸗ ſprachſt Du geſtern?“
„Sagte ich zwei? Ich glaubte, ich haͤtte drei ge⸗ ſagt!*
„Ich willige in Alles, Alles, nur verlaͤngere nicht dieſe Zeit des Harrens! O, ſag', daß Du es nicht thun willſt?“
Ein feines Laͤcheln, welches um die Lippen der Braut ſpielte, machte die ſchon in Bereitſchaft gehalte⸗ nen Thraͤnen uͤberfluͤſſig.
„Wie ungeduldig!“ ſagte ſie in einem Tone, der den Kammerrath noch tauſendmal ungeduldiger machte.
Aber er ſeufzte und ſchwieg und blickte mit ver⸗ ehrungsvoller Ergebenheit auf die heilige Lilia, welche ſogleich wieder ihre Glorie annahm.
„Da wir nun,“ ſetzte die junge Frau hinzu, welche fand, daß der entzuͤckte Braͤutigam vor ſeinen eigenen Hoffnungen verſtummte,„da wir nun oͤffentlich ver⸗ lobt ſind, ſo bitte ich Dich, mein Freund, aus Achtung vor meinem Anſehen, mich waͤhrend dieſer zwei Mo⸗ nate nur hoͤchſt ſelten zu beſuchen.“


