Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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Bouquet roch, welches ihr einer ihrer Bewunderer, ohne ſich zu nennen, geſchickt hatte... Die kleinen, in wei⸗ ßen Seidenſchuhen ſteckenden Fuͤße ſchienen ſich ſchon zum Tanze zu ruͤhren.

Die Augen ſtrahlten, die Stirn ſtrahlte, die ganze anziehende Frau ſtrahlte von Geſundheit, Jugend und blendender Anmuth.

Und gleichwohl hatte dieſe ſelbe Ballkoͤnigin in der Nacht vorher Erinnerungen gehabt, die ſie bewogen hat⸗ ten, vor Angſt zu zittern.

Aber daran dachte ſie jetzt nicht; jetzt dachte ſie blos daran, ſich zu vergnuͤgen.

In dieſem Augenblick trat Mamſell Caroline ein.

„Iſt der Wagen vorgefahren?“

„Ich glaube, er wird eben kommen... ach, mein Gott, wie ſchoͤn ſehen Sie, gnaͤdige Frau!“ Und Mam⸗ ſell Caroline ſchlug die Haͤnde zuſammen, als ob ſie im Garderobezimmer ihr Werk nicht ordentlich haͤtte betrach⸗ ten koͤnnen.

„Glaubſt Du das? Nun ja, es geht wohl an. Mein Teint iſt heute Abend ziemlich rein und die Kraͤu⸗ ſelung meiner Locken ganz ſuperbe— was meinſt Du?“

„Und Ihr Hals, gnaͤdige Frau, iſt weißer, als die weißen Cameen und Ihre Haltung ſo vornehm, wie die einer Koͤnigin! Ich ſage, daß heute Abend alle Maͤnner in Sie rein raſend welben muͤſſen, gnaͤdige Frau.“